vegane Zimtschnecken in einer Auflaufform, die von zwei Händen gehalten wird. Im Hintergrund ein ockerfarbener Strickpullover.

Himmlisch luftige, vegane Zimtschnecken


Kein anderes Gewürz weckt so viele Kindheitserinnerungen in mir wie Zimt. Bei Oma kam er damals zusammen mit Zucker auf den Grießbrei und im Herbst und Winter verwende ich ihn alle paar Tage, wenn ich Zimtschnecken backe. (Ja, richtig gelesen. Sobald es draußen kühler wird, gibt es die hier sehr regelmäßig.) 2017 war mein erstes, richtig intensives Zimtschneckenjahr. Seitdem bin ich viel am Experimentieren (und natürlich Probieren) gewesen, denn so richtig zu 100% zufrieden war ich noch nicht. Entweder sind die Schnecken nicht richtig aufgegangen oder die Füllung ist schon beim Aufrollen ausgelaufen und später im Ofen karamellisiert.

Das Gute ist: Wenn man etwas lange genug macht, wird man nach und nach immer besser darin. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, mein altes Rezept aus 2017 abzulösen und durch ein neues, viel Besseres zu ersetzen.

Was ist anders an diesen Zimtschnecken?

Ich sag es gleich vorab: Für dieses Rezept brauchst du ein bisschen Geduld, die sich aber wirklich auszahlt. Versprochen. Es gibt drei Stellschrauben, an denen ich gedreht habe, um meine oben genannten Schwierigkeiten zu beheben:

Unterstützung für die Hefe
Zimtschnecken gehen auf, weil Hefe im Teig verarbeitet wird. Ich wollte aber mal was Neues ausprobieren und habe etwas von meinem Sauerteig-Starter mit dazu gegeben, quasi als kleinen Helfer für mehr Fluffigkeit. Sauerteig gibt es mittlerweile in fast jedem Supermarkt in Pulverform zum Anrühren zu kaufen. Letztens habe ich sogar flüssigen Sauerteig im Regal gesehen und auch online solltest du fündig werden. Wenn du keine Zeit hast, selbst eine Starterkultur anzusetzen, musst du also trotzdem nicht darauf verzichten.

Lange Gehzeit
Ich bin kein besonders geduldiger Mensch, aber hier lohnt sich das Warten wirklich. Der Zimtschneckenteig darf bei mir nach dem Kneten mindestens 12 Stunden im Kühlschrank vor sich hin schlummern. Das gibt den Kulturen genug Zeit, sich durch das Mehl zu futtern und sorgt nicht nur für einen luftigen Teig, sondern auch für bessere Bekömmlichkeit. Auch  die fertig geformten Zimtschnecken gehen in der Backform noch einmal für ca. 45 Minuten und verdoppeln dabei ihre Größe.

Cremige Füllung
Sonst habe ich für die Füllung immer geschmolzene vegane Butter verwendet und darüber eine Mischung aus Zimt und Zucker gestreut. Das war nicht besonders praktisch, weil mir beim Aufrollen meist die ganze Suppe entgegen gelaufen kam. Die neue Taktik: Zimmerwarme, nur etwas weiche Butter mit Zimt und Zucker vermischen und auf dem Teig verstreichen. Läuft nirgendwo hin und lässt sich super verteilen. Win-win!

Okay, genug der Theorie. Jetzt geht’s ans Backen.

Das Rezept für fluffigste vegane Zimtschnecken

Zutaten
FÜR DEN TEIG:
  • 480 g Weizenmehl Typ 550
  • 20 g frische Hefe
  • 10 g Sauerteig-Ansatz
  • 70 g Rohrohrzucker
  • 80 g warme vegane Butter
  • 260 ml Pflanzendrink, z.B. Hafer
  • Prise Salz
Illustrierte Zimtschnecke mit Frosting
FÜR DIE FÜLLUNG:
  • 90 g vegane Butter, z.B. Alsan
  • 80 g Rohrohrzucker
  • 1 geh. TL Zimt
Für das Topping (optional):
  • 150 g pflanzlichen Frischkäse
  • 3-4 EL Ahornsirup, je nach gewünschter Süße
  • Je eine Prise Zimt und Kardamom
So geht’s:
  1. Hafermilch in einem Topf erwärmen. Achtung: Die Milch nur etwa lauwarm werden lassen, sonst sterben die Hefe- und Sauerteig-Kulturen.
  2. Die restlichen Zutaten für den Teig in eine große Rührschüssel geben. Die warme Milch dazugeben und für ca. 10 Minuten gut verkneten (entweder mit Küchenmaschine oder Händen).
  3. Den Teig zu einer Kugel formen und mindestens 12 Stunden im Kühlschrank gehen lassen.
  4. Teig etwa eine Stunde vor der weiteren Verarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen. Hefe und Sauerteig werden durch die Wärme nochmal aktiver.
  5. Den Teig aus der Schüssel auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche kippen. Auf keinen Fall zu stark zusammendrücken und auf gar keinen Fall nochmal kneten! Etwa 1 cm dick zu einem Rechteck ziehen.
  6. Butter mit Zucker und Zimt vermischen und auf dem Teig verteilen.
  7. Den Teig an der langen Seite aufrollen und mit einem sehr scharfen Messer oder einem Faden ca. 2cm dicke Scheiben abschneiden.
  8. Die Zimtschnecken in eine gefettete Auflaufform setzen und zugedeckt nochmal 45 Minuten gehen lassen. Dann bei 170 Grad für 30-35 Minuten backen.
  9. Etwas abkühlen lassen und am besten noch warm genießen.
  10. Für das Topping vermischst du einfach den Frischkäse mit Ahornsirup, Zimt und Kardamom. Du kannst die Mischung entweder auf den Zimtschnecken verteilen oder sie darin dippen. Schmeckt beides köstlich!